Dezember 07, 2018

Harry Potter and the Curious Centaurs

Happy Birthday Harry Potter! Even though I was a bit sad to realize that the boy who can do magic actually turned twenty this year am I really that old already? I am very glad to have the books in my life. Congratulations J.K. Rowling, I feel that most of the positive reviews are actually well earned (albeit there are many mistakes I personally am most bugged by two, but see below for that). My daughter also loves your story which is why we discussed the centaurs in the Forbidden Forest the other day.

Being very young and having recently had a baby brother, she innocently asked me whether there are also women centaurs. And if there were, how would they feed their babies the horse or the human style? Initially I just found this a funny thing a child would say. Yet, when I thought about it I wondered how the centaurs actually come into this life. Are there female centaurs, or, centaurides who are not allowed a part in the Harry Potter saga? Or are they offsprings of an alliance between humans and horses? And if so, is it a male human being who...?

Well, I realize this is not important for the beatiful narration at all. Maybe they are just magically created. Or have always been there. I just have not been able to stop getting back to the question of origin since my daughter asked me.

(As for the mistakes, I am most bothered by...
1. the fact that the job of defence against the dark arts teacher is said to be jinxed in book 6. Dumbledore explains to Harry that he could never find a teacher who stayed for more than 1 year after Voldemort had asked for the post. However, when Hagrid introduces Professor Quirrell in book 1 he says that he took a year off and has never been the same after that. So he must have stayed for at least two years in total yes, with a break, but still...
2. the changing height of the tunnel under the Weeping Willow in book 3. When Harry and Hermione enter it for the first time they have to bend almost double to get to the Shrieking Shag. We later learn that the tunnel was big enough for a werewolf in the past, though. On the way back Sirius even lets Professor Snape float in the air. In the tunnel Snape's head merely keeps bumping on the ceiling. So how low is this tunnel supposed to be?)


Sources
Above referred to as book 1, 3 and 6:
1. J.K. Rowling. Harry Potter and the Philosopher’s Stone. London: Bloomsbury, 2000.
3. J.K. Rowling. Harry Potter and the Prisoner of Azkaban. London: Bloomsbury, 2000.
6. J.K. Rowling. Harry Potter and the Half-Blood Prince. London: Bloomsbury, 2005.

März 31, 2018

Humor in Teaching

One of the persons teaching me to teach once said: "Get some absurdity into the classroom and you'll get fun." This is perhaps the most important thing I learned during my teacher training. Humor is a tremendously powerful positive force we should use.

There are many ways to do this – some as small as integrating funny methods to greet each other at the beginning of a lesson. It is a way of playing with the usual and expected, creating a meaningful difference that makes us laugh. Part of the reason why humor makes us relaxed and be open is probably the fact that it helps us understand that we are not absulutely defined and/or oppressed by the social norms that structure our cultural existence.

There also is a relationship between humor and creativity. To be creative requires us to go above and beyond what is usual and expected, too, and I believe that the integration of absurdity into teaching can be a strong motivation to be creative.

Although the difference created by absurdity can only be meaningful if it is related to established norms, I think it is unproblematic not to reinforce such norms by using respective activities. I am afraid this is not so easy when it comes to jokes, funny stories, humorous theatre plays etc. These have a narrative character, and you need at least some conventions to narrate. This can be problematic as you have to rely on some norms to put others into doubt or to ridicule them/ make them seem funny in some way.

By creating a funny atmosphere, teachers help their students to relax and be open. Yet, if the norms/conventions reinforced by a joke seem unhealthy/oppressive etc. it might turn out to be a dangerous situation for the students.

Social codes conveyed by humor should be much easier to internalize for them and much more difficult to withstand and deny. Messages implicit in the setting/background can be extremely hard to reject for children, especially if they are enforced in a fun and incidental way.

So while humor can be very liberating and motivating, we have to be careful to ensure its alleviating character with regard to social norms.

Januar 02, 2017

Transgendertrend als Zementierung starrer Geschlechtergrenzen






In einer deutschen Zeitung las ich unlängst einen Artikel über das Phänomen der Transsexualität bei Kindern. Offenbar gehen immer mehr und immer jüngere Menschen davon aus, in einem Körper mit dem falschen Geschlecht geboren zu sein. Da eine dementsprechende Behandlung zunehmend gewährt wird und die so im anderen Geschlecht Lebenden relativ reibungslos ihrem Alltag nachgehen können, spricht der Autor davon, dass die starren Geschlechtsbilder sich immer weiter aufgelöst hätten. Ich frage mich, wie man in diesem Fall von einer Auflösung stereotyper Vorstellungen von Männern und Frauen ausgehen kann. Es scheint mir im Gegenteil offensichtlich, dass in dieser Entwicklung eine absolute Verhärtung der Geschlechterstereotype zum Ausdruck kommt.

Der Autor schreibt: „Der Zuwachs steht für einen grundlegenden Einstellungswandel. Traditionell waren gerade Heranwachsende auf klar definierte Geschlechterrollen fixiert: Jungen wollten richtige Männer werden, Mädchen richtige Frauen. Wich jemand von den Erwartungen ab, kannten die anderen Jugendlichen wenig Gnade“ (Spiewak, 2016 42). Er berichtet vom Schicksal des Jungen Mark, der als Mädchen Leonie geboren worden war. Bereits in der Grundschule interessierte sie/er sich für Fußball und andere Ballsportarten und gab sich lieber mit Jungs ab als mit Mädchen. Nun schreibt der Autor dazu: „Den Mitschülern fiel es kaum auf, die meisten hielten Leonie ohnehin für einen Jungen mit einem etwas seltsamen Namen“ (ebd. 41). Das soll jetzt also ein gnädigeres Verhalten sein? Die anderen Kinder beschämen und verfolgen Mark nicht wegen seines geschlechtsuntypischen Verhaltens, sie sprechen ihm seine Geschlechtsidentität einfach ab. Wer sich nicht konform verhält, darf und kann in der neuen Einstellung per se einfach kein Mädchen sein.

Inwiefern hier eine Auflösung der Stereotype vorliegen soll, bleibt mir ein Rätsel. Es ist doch ganz offenbar noch viel klarer begrenzt, was ein Mädchen oder ein Junge ist. Wer früher vielleicht für sein merkwürdig anmutendes Verhalten ausgegrenzt wurde, wurde immerhin deshalb so behandelt, weil er sich als Mädchen oder Junge falsch verhielt. Ich will damit nicht sagen, dass eine solche Ausgrenzung (die ja auch oft mit tätigen Aggressionen einher ging) moralisch richtig oder psychologisch unbedenklich ist. Aber heute wird mit dem atypischen Verhalten direkt die Ausgrenzung aus der Geschlechterrolle begründet. Wer sich falsch verhält, ist gar kein Mädchen oder Junge mehr.

Als Beleg für die Zufriedenheit von Mark und seiner Mutter wird angeführt, dass er viele Freunde habe und in der Schule gut zurechtkomme. Aber heißt das nicht im Umkehrschluss, dass zu befürchten stünde, dass er keine Freunde hätte und nicht gut in seinem Umfeld zurechtkommen könnte, wenn er ein Mädchen mit einem stereotyp männlichen Verhalten geblieben wäre? Inwiefern kann man dies als Fortschritt oder als positiv bezeichnen? Mir scheint eine solche Entwicklung eher bedrohlich, da sie belegt, dass die stereotypen Vorstellungen von Männer und Frauen heute gnadenlos und unverrückbar sind. Der Artikel ist illustriert mit Bildern von einem Gender-Feriencamp, in dem die Teilnehmer andere Geschlechterrollen ausprobieren dürfen, ohne Ausgrenzung befürchten zu müssen. Die Tatsache, dass sie diese im normalen Leben zu befürchten hätten, zeigt meines Erachtens deutlich, dass von einer Liberalisierung bezüglich der Geschlechter keine Rede sein kann. Ist es etwa ein Fortschritt, wenn alle als bedrohlich empfundenen Rollenspiele in extra Ferienlager abgeschoben werden, so dass man sich nicht damit auseinandersetzen muss?

Als negative Gegenstimme kommt immerhin ein Psychologe zu Wort, der die immer früher beginnende Hormonbehandlung mit anschließenden operativen Eingriffen als Homosexualitäts-Verhinderungs-Strategie beschreibt. So könne atypisches Verhalten auch auf bestimmte sexuelle Ausrichtungen hinweisen, was durch geschlechtsverändernde Behandlungen, die noch vor der Pubertät beginnen, nie herausgefunden werden könne. Tatsächlich scheint es mir viel beunruhigender, dass ich jedem Kind, das sich nicht gemäß der seinem biologischen Geschlecht zugewiesenen Rolle verhält, signalisiere, dass es diesem Geschlecht auch nicht mehr zugehören darf. Wenn es ein Mädchen oder ein Junge bleiben will, muss es sich konform verhalten, ansonsten wird es ins andere Geschlecht verbannt. Diese Zementierung der Stereotype kann bereits erkämpfte Freiräume im Verhalten nur verringern. Man wird nicht mehr damit gehänselt, dass man kein richtiges Mädchen sei, sondern darf nun bereits ab dem frühesten Kindesalter einfach kein Mädchen mehr sein, wenn man sich anders verhält, als es den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht. Was eine lebenslange hormonelle Behandlung und frühe operative Eingriffe oder auch die Verhinderung der Pubertät für gesundheitliche Konsequenzen haben können, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber offenbar ist es für unsere Gesellschaft bequemer, diese potenziellen Risiken schon den Kleinsten unter uns zuzumuten, als toleranter mit unerwartetem Verhalten umzugehen.

Quelle
Martin Spiewak. „Das ist kein Spleen.“ Die Zeit (47) 10.11.2016 41f.